Sonne und glückliche Schüler: Senator Rabe weiht neue Schulhöfe ein

Schulsenator Rabe, Bezirksamtschefin Schmidt-Hoffmann und Schulbau Hamburg-Chef Schneck waren die Ehrengäste heute Mittag in der Aula der Kleinen Gretel am Von-Moltke-Bogen. Bei Glückswetter durchtrennte der Senator strahlend das symbolische Band – der neue Schulhof wurde offiziell freigegeben. Kein Unterricht mehr, Spielzeit an der Kleinen Gretel!

Geduld ist eine Tugend. So warteten unsere Schülerinnen und Schüler, vor allem die jüngeren an der Kleinen Gretel lange sehr geduldig auf die Eröffnung ihres neuen Schulhofes. Nervöser waren dagegen der stellvertretende Schulleiter und seine Organisationscrew. „Was zeigen eure WetterApps, ist Regen zu sehen“, so Andreas Alfers noch am Morgen. Manchmal macht sich der erwachsene Mensch einfach zu viele Gedanken. Denn tatsächlich gab es Sonne satt statt Regen. Die Einweihungszeremonie konnte wie geplant draußen stattfinden.

12 Uhr Mittag. Schulsenator Rabe (SPD), der gerade das Duzend Amtsjahre als Hamburger Bildungschef vollmachte, tritt gut gelaunt in die Aula. Es erwarten ihn dort: Cornelia Schmidt-Hoffmann, die Leiterin des Bergedorfer Bezirksamtes, Jan Schneck (Schulbau Hamburg) und viele weitere Projektbeteiligte (RISE, Stadtentwicklungsbehörde, Stadtteilbüro Neuallermöhe) sowie weitere Interessierte aus dem Quartier, wie zum Beispiel die Filialleiterin der Haspa am Fleetplatz, Petra Wittenhagen.

Auch anwesend sind natürlich Schülerinnen und Schüler (von unseren Schülerfirmen Produktpiraten und Gretel’s StartUp – sie kredenzten ein hervorragendes Buffet), May aus der 12b (sie sang, am Flügel begleitet von Kollege Schulmann, Songs von Adele – der Senator war begeistert), engagierte Kolleginnen und Kollegen (zu ihnen kommen wir noch) sowie natürlich Schulleiterin Anja Oettinger und alle Leitungsgruppenmitglieder.

Die Redebeiträge der Ehrengäste, allen voran die des Senators, waren schwungvoll und persönlich. So erinnerte sich nicht nur Rabe an seine eigenen Pausen auf den asphaltierten Schulhöfen damals, die mit viel Glück einen Baum aufgewiesen hätten. Inhaltlich gab es von allen ein riesiges Lob. Man war sich einig: Hier ist etwas Besonderes passiert, im Ergebnis und auch im Entwicklungsprozess zuvor. Was die Kinder der Gretel und die Bewohner des gesamten Stadtteils nun vorfinden, sei eine Spiel-, Sport-, Begegnungs- und Erholungslandschaft, die vorbildlichen Charakter habe.

Sie liegt, verteilt auf beide Standorte der Gretel im Herzen des Quartiers. Die vielfältigen Angebote sind für alle Kinder und für Erwachsene außerhalb der schulischen Ganztagszeiten nutzbar. Sie hier aufzuzählen wäre langwierig. Diese Auswahl an kreativen Spielideen sollte jeder selbst erfahren und erleben. Denn – und das wurde von allen Redner:innen hervorgehoben – die Schüler:innen der Gretel haben von Beginn an mitgeplant.

In einer speziell eingerichteten schuleigenen und von den oben bereits erwähnten engagierten Kolleg:innen betreuten Planungsgruppe brachten die Schüler ihre Ideen einer Schulhof- und Spiellandschaft zu Papier. Auf Augenhöhe mit professionellen Stadtplanern und Landschaftsbauern entwickelten Schüler der Gretel das „Herz des Stadtteils“ (Rabe) mit. Diese Schülerpartizipation ist in ihrer Intensität und tatsächlichen Umsetzungsqualität das herausragendste Teilergebnis. Die Gretel habe einfach gezeigt, wie Partizipation funktioniert, so Schmidt-Hoffmann. Natürlich kostet das auch richtig Geld. Das sehen aber alle gut angelegt, auch der Senator. „Bei so einem stadtteilintegrativen und ideal passenden Projekt sind wir auch nicht so knauserig wie sonst“, so Rabe augenzwinkernd.

„Gute Schulen brauchen gute Schulhöfe“, betonte Jan Schneck. Diese seien für das Quartier Neuallermöhe als ein Ort der Gemeinschaft ein enormer Gewinn, darin waren sich alle einig. Schulleiterin Oettinger brachte es in ihrem finalen Beitrag auf den Punkt. Bei dem gesamten Planungsprozess haben im partizipativen Sinne alle zusammengefunden. Entstanden seien besondere Räume für einen besonderen Stadtteil. Dieser böte aus ihrer Sicht nun Bewegungsherausforderungen, Rückzugsmöglichkeiten, Sportangebote und Naturerfahrung zugleich.

Genug theoretisch in der Aula geschwärmt. Hinaus in die, ja, Sonne! Der Senator wieder vorweg. Das Band, liebevoll gestaltet von der 5a, "eigentlich viel zu schön, um es durchzuschneiden" (O-Ton Rabe), wird zertrennt, Kameras, Lächeln, Durchsage der Abteilungsleitung 5-7, Özlem Kaymak-Oluz: Der Spielplatz sei nun eröffnet und der weitere Unterricht fände nun draußen statt. Jubel unter den Kids, sie dürfen nun endlich ihren neuen Schulhof erobern. Und das lassen sie sich nicht zwei Mal sagen.

Die Gäste, allen voran – natürlich - Thies Rabe, stürmen in ihren eigenen Tempi hinterher. Der Schulsenator sucht sofort die Nähe und den Dialog zu den Schüler:innen, cool. So unterhält er sich beispielsweise mit Jayden aus der 6b über dessen einstündigen Schulweg. Warum er denn nicht eine Stadteilschule in Billstedt besuche, fragte der Senator. Weil ihm die Gretel einfach besser gefalle, antwortet das jüngste Mitglied des aktuellen Schulsprecherteams strahlend.

Spätestens nach den überaus leckeren Schnittchen der Schülerfirmen strahlten auch alle Gäste und Gastgeber mit der Sonne auf dem neuen Schulhof um die Wette, während die glücklichen und unterrichtsbefreiten Kinder dort die Möglichkeiten der Spielgeräte erprobten. Noch etwas vergessen? Natürlich. Fakten und Daten. Der Um- und Neubau beider Schulhöfe – am Standort Von-Moltke-Bogen und am Hauptstandort Margit-Zinke- Straße kostete insgesamt 1,8 Millionen Euro.

Die Finanzierung teilten sich Schulbau Hamburg und RISE (Rahmenprogramm Integrierte Stadtentwicklung). Die planerisch-praktische Aus- und Durchführung übernahm das Garten- und Landschaftsbauunternehmen CDLandschaft. Insgesamt 70 000 (!) qm Fläche wurde auch nach Ideen und Vorlieben der Schüler:innen gestaltet und mit teilweise einzigartigen Nutzungsvarianten versehen.

Das soll genügen oder? Nein. Etwas noch. Die Bezirksamtsleiterin Schmidt-Hoffmann sprach diese Worte aus, gerichtet an alle zukünftigen Schulhofkonsumenten, ob groß oder klein, tagsüber oder an den Wochenenden: „Genießt die Zeit auf den neuen Schulhofinseln. Respektiert die Angebote und Geräte, respektiert alle anderen Nutzerinnen und Nutzer.“ Weise Worte.

 

Presse

Die Bergedorfer Zeitung berichtete am 14.4.23 in ihrem Bergedorf-Teil. Zur Online-Version.

Artikel im wöchentlichen Newsletter der BSB