Mit jedem Schritt besser: 9g im Chocoversum

Schokolade ist ja in nahezu aller Munde. Welche Schritte sind aber nötig, um aus der der Kakaobohne zum süßlichen Zartschmelz zu kommen, der uns dank Serotonin glücklich macht? Das wollte die 9g erfahren und besuchte am vorletzten Schultag das Chocoversum am Meßberg.

Eigentlich war ein Ausflug in den Kletterpark geplant. Das Hamburger Sommerschmuddelwetter machte aber einen Strich durch diese sportlich-koordinative Herausforderung. Das Chocoversum dagegen bot Schutz vor Regen und gleichzeitig eine spannende und informative Reise entlang der Produktion der heißgeliebten Süßigkeit.

Doch zuvor nutzte die Klasse die einigermaßen trockene Phase am Mittag zu einem kurzen Walk rüber zum Alten Zollhaus. Dieses erscheint vor dem modernen Spiegel-Gebäude als Epochenkontrast. Durch den Lohsepark ging es – vorbei an der dunklen Geschichte des Hannoverschen Bahnhofs – zum Hafen City Viewpoint auf dem Grasbrook.

Pünktlich zur nächsten Schauerwelle erreichte die Klasse das trockene Chocoversum. Ein riesiger Schoko-Brunnen wartete zur Begrüßung. Guide Elisa führte anschließend durch die Produktionsschritte. Das Schöne: Immer gab es etwas in die Hand oder in den Mund. Die einzelnen Steps konnten jeweils geschmacklich nachempfundene werden. Klasse.

Schmeckte die frische Kakaobohne noch fürchterlich bitter, ändert sich das natürlich auf dem Herstellungsweg. Fermentieren, Rösten, Mahlen, Conchieren und Temperieren machen unter Zugabe von Milchpulver und, na klar, Zucker, aus der Bitterbohne eine Geschmacksexplosion. Den Olmeken sei Dank. Das mittelamerikanische Urvolk entdeckte die Bohne vor 4000 Jahren und kultivierte sie. Rodolphe Lindt conchierte Ende des 19. Jahrhunderts Bohneninhalt und Zutaten final zum sinnlichen Endprodukt.

Das erinnerte die begleitenden Tutoren irgendwie auch an die Entwicklung ihrer Racker. Auch die Schülerinnen und Schüler benötigen gewisse Arbeitsschritte bis zur Leistungsreife. Apropos: Natürlich lernten die Schüler auch etwas über die Schattenseiten der Schokoladenproduktion. Elisa hatte die Konflikte und Widersprüche von Ökonomie, Ökologie und Gesellschaftspolitik visuell aufbereitet.

Der Höhepunkt des 90-minütigen Turns durch die Schoki-Welt bildete zweifelsohne die Ausgabe der selbstdesignten Tafeln aus Zartbitter- oder Vollmilchschokolade (43% Kakaoanteil!). Diese durften die Kids schon zu Beginn mit allerlei Topping ihrer Wahl „belegen“. Frisch gekühlt wurden die Tafeln zu verführerischen Mitbringsel verpackt. So lässt sich ein vorletzter Schultag verbringen.

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