Inspirierend: Alsterspatzen in Kleiner Gretel

„Click in - opera mobile“, ein Projekt, das Oper im Kastenwagen vor Ort bringt, direkt zu den Menschen. Eine Art Feine-Kunst-delivery-service, der auch Alsterspatzen auf der Speisekarte hat. Klasse, dachte sich Kollegin Milena Steinmüller, das ist genau das Richtige für unsere „Kleinsten“ - und klickte auf Bestellen.

Die berühmten Hamburger Alsterspatzen, den in voller Besetzung hundertstimmigen Kinder- und Jugendchor (8-18 Jahre) der Hamburger Staatsoper, gibt es seit einem halben Jahrhundert. Im Jubiläumsjahr 2026 haben sich die „Spatzen“ etwas ganz Besonderes ausgedacht.

Unter der künstlerischen Anleitung von Priscilla Prueter (Musik), Miranda Simón Abelló (Bühne/Kostüm), Maike Graf und Michelle Stoop (Dramaturgie/Regie) inszenierte die Gruppe von 20 Jungsängerinnen und einem Jungsänger die fast hundert Jahre alte Sing- und Spielidee von Paul Hindemitt einfach mal neu: Wir bauen eine neue Stadt, und zwar so, wie Kinder sie wollen.

In der nach dem Hitzewelle-Wochenende noch brütend heißen Sporthalle am Von-Moltke-Bogen begeisterten die Alsterspatzen heute (29.6.26) dann vier fünfte Klassen und viele Kolleginnen und Kollegen. Der Plot um die Kinder, die sich ihre Stadt ganz ohne Sorgeberechtigte gestalten können, wurde theatralisch modern erzählt und war glücklicherweise nicht frei von Aktualität (Klimawandel) und Selbstkritik (Döner und Social Media).

Die „Spatzen“ traten dabei so professionell und überzeugend auf, dass das ebenfalls junge Publikum schnell in den Bann gezogen wurde. Einfaches, aber ausdrucksvolles Bühnenarrangement, Livepiano, gesanglicher Stilmix aus Oper und Pop, aber vor allem eindrucksvolles Schauspiel, Nähe und Interaktion (Abstimmungen per roten oder grünen Buchcover) der Protagonisten mit ihren oft gleichaltrigen Adressaten gegenüber.

So gab es nach einer knappen Stunde musikalischer Zukunftsversion dann auch viel, viel Applaus für den Opernnachwuchs, der mehrere Monate lang an dem Stück geprobt hatte und mit Wir bauen eine neue Stadt jetzt vor allem durch Grundschulen tourt.

Am Ende holten sich die Alsterspatzen von den Gretel-Fünftklässlern noch weitere Tipps für ein „Kinderstadt“. Ein Gaming-Center zum Zocken dürfe nicht fehlen, kam es aus der ersten Reihe. Und eine Achterbahn und ein Musical-Haus wäre auch schön. Ein Schüler mahnte allerdings, man solle doch auch Erwachsene in die Stadt lassen. Irgendjemand müsse doch die wichtigen Jobs machen.

Milena Steinmüller jedenfalls machte ihren Job. Sie ermöglichte ihren Schülerinnen und Schüler durch Click in opera mobile einen ersten, vielleicht inspirierenden Blick auf die Künste, auf Musik, Oper, Tanz und Theater. Die Optionen, Träume und Stärken im Rahmen von Schule aufblühen zu lassen, hat die Gretel-Bergmann-Schule jedenfalls.

Dem begeisternden „Stadtvogel-Ensemble“ sagen wir Danke und wünschen viele weitere tolle Auftritte!

Am Rande…
„Ehrengast“ in der heißen Halle war übrigens Manuela Schütt. Sie unterrichtet seit vielen Jahren an der Gretel Mathe und Musik. Ihre Operngesangsausbildung begann einst bei den Alsterspatzen.

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