Nachklapp: Projektwoche zum Thema Nachhaltigkeit in 9

Nachhaltigkeit. Der Begriff ist seit Jahren in aller Munde. Alles und jedes sollte im Sinne der Umwelt und zur Abschwächung des Klimawandels möglichst nachhaltiger sein, die Produktionsbedingungen, die Lieferketten, der Absatz, der Konsum und natürlich die Recyclingoptionen. Ein komplexes Thema. Der Jahrgang 9 hat sich diesem im Rahmen der Projektwoche (Prowo) zwischen Maiferienwoche und Pfingsten (18.-22.5.26) angenommen. Am Beispiel der 9g schauen wir kurz zurück, was dabei herausgekommen ist.

Tag eins wird mit der Annäherung an das Trendthema verbracht, es geht klassisch vom Großen zum „Kleinen“. Die Schülerinnen und Schüler (SuS) der 9g kommen zügig auf die Grundprobleme, wie CO2-Ausstoß, Ressourcenknappheit oder eben Klimawandel. Sie spüren aber schnell, dass es noch viel zu erfahren gibt bei den Arbeitsthemen, für die sich die Gruppen entscheiden: Fast Fashion, Beauty, Lebensmittel und Automobilität. Der Generalauftrag an die Gruppen: Informationen sammeln, gewichten, ordnen, aufbereiten und präsentieren.

Tag zwei ist geprägt von Jessica. Jessica ist eine erfahrene Referentin von Hamburg mal fair und führt die 9g durch den Workshop Fast Fashion und Nachhaltigkeit. Für die SuS gibt es viel Neues zu erfahren – und es berührt sie. Einige sind vielleicht selbst so eine Art Fashion-Victims, ein „Opfer“ der schnellen Mode. Das Kaufen von Bekleidungsartikeln, so lernen die Schüler, wird angefeuert durch schnelle Kollektionsfolge der „Großen“, wie Zara oder Shein. Die Produktion, der Handel und der Verkauf zielt auf Gewinnmaximierung und Massenkonsum, passiert auf Kosten von Menschen und Umwelt und ist wenig nachhaltig.

Am Beispiel einer Jeans machte die Referentin Jessica den SuS deutlich, zu wessen Gunsten die Wertschöpfungskette funktioniert, welche erschreckenden Bedingungen für die Arbeiterinnen und Arbeiter, ja für Kinder in den bekannten Produktionsländern (Bangladesch, Indien, China) herrschen (Teufelskreis der Armut), welche Umweltsünden nur eine Jeans produziert (Chemikalien, Wasserverbrauch) und wer am Ende die großen Gewinner sind. Wir Konsumenten sind es jedenfalls nicht – auch wenn wir uns über eine 20 Euro-Jeans freuen.

Das Finale des Workshops war dann alles andere als theoretisch. Alte T-Shirts verwandelten die Neuntklässler nur mit Hilfe einer Schere im Handumdrehen in attraktive Strandtaschen, Tetra-Packs in echte Designer-Portmonees. Upcycling ist der treffende Begriff für diese Art der Materialtransformation.

Die nächsten Tage waren dann bestimmt von Gruppenarbeiten zu den oben erwähnten Themen. Neben der Fast-Fashion-Problematik ergab das Thema „Beauty“, dass Kosmetika, geprüft werden sollten. Neben gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen fiel besonders Mica auf. Mica generiert man aus einer Schieferart – ein illegaler Abbau (oft von Kindern) geht dem „Glitzereffekt“ vieler Kosmetikprodukte voraus. Auch das Thema Kunststoffe und Mikroplastik beschäftigte natürlich alle Gruppen intensiv.

Reifenabrieb, beispielsweise, ist nicht so bekannt, aber ein durchaus gewichtiges Problem. Auch in Reifen sind Kunststoffe verarbeitet. Sie landen erst auf der Straße, dann im Wasser und letztlich bei uns Menschen im Körper. Seltene Erden, E-Batterien, Recycling sind weitere Herausforderungen der Zukunftsmobilität. Auch im Bereich der Lebensmittelproduktion und -qualität gibt es viel zu tun. Regionalität und Saisonalität, so die SuS in ihrer Präsentation, können Lösungen sein.

Insgesamt brachte diese Woche tolle Präsentationen (genial: eine szenische Inszenierung auf der Theaterbühne, bei der eine Näherin, eine CEO und eine Kundin zusammenkommen) viele neue Erkenntnisse, ja echte Wow-Effekte. „Das habe ich nicht gedacht“ oder „Ich denke jetzt anders und werde auf alle Fälle mein Konsumverhalten überprüfen“ bis: „Ich kaufe keine Fast Fashion-Produkte mehr!“ waren Reflexionen der Kids. Eine Projektwoche voller Lebensweltnähe, Handlungs- und Lösungsorientierung. Das Unisono-Resümee der Klasse: Das hat Spaß gemacht!

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