Planungstag: Wertvolle Impulse für das Personal

Konfliktsituationen im schulischen Alltag professionell begegnen, Risiken und Chancen erkennen, unumstößliche Hauptregeln setzen und verteidigen, Handlungsfähigkeit und Verhaltensflexibilität trainieren, präventiv denken und arbeiten, die Schule zu einem geschützten und für alle Beteiligten angenehmen Ort gestalten – so könnte ein inhaltlicher Querschnitt des heutigen Planungstages, der in der Großen Gretel stattfand, formuliert werden.

Die Schülerinnen und Schüler hatten unterrichtsfrei, an diesem 21.4. Mit Hausaufgaben, Prüfungsvorbereitungen oder anderen Aufgaben waren sie im Homeoffice (so die stille Hoffnung ;-) beschäftigt. Gut, mit einer Ausnahme: die Schülerinnen und Schüler der 13b schrieben ihr PGW-Abi in der Kleinen Gretel.

Derweil starteten nach Intros von Schulleiterin Anja Oettinger und Claudia Schindler, Didaktische Leitung und Hauptorganisatorin des Tages, 130 Pädagoginnen und Pädagogen morgens um halb neun in den Fortbildungstag. Zwei Workshops zu je drei Stunden galt es zu besuchen. Und das Angebot war vielfältig und interessant:

Der Workshop Jungen und Schule (Referent: Marcus Thieme vom LI) bot einen Blick auf eine „Spezies“, die vielleicht im GirlsdayMINTforGirlsGender-Flow der letzten Jahre etwas ins Abseits rückte und deren „Verhaltensoriginalität“ ja manchmal recht grenzwertig ist. Wie sähe denn eigentlich eine perfekte Schule für Jungs aus? war die Auftaktfrage, um später auf die Handlungsoptionen zu kommen.

Nicht nur Jungs im Fokus haben die Projekte Cool in School und Selbstbehauptung, die von den Kollegen Mario Schulamnn und Sebastian Schumann vorgestellt wurden. Hier lernten die Teilnehmenden in erster Linie praktisch und sehr aktiv im Theaterraum und in der Sporthalle viele coole Reaktions- und Teambuildingtricks.

Schülerverhalten im Rollenspiel imitieren, reflektieren und analysieren waren praktische Elemente in den Workshops der Beratungsstelle Gewaltprävention (Sharif Asadi) und bei Konflikt und Kommunikation (Tammo Krüger). So wurden konfliktträchtige Alltagssituationen „nachgespielt“, im Anschluss analysiert und Lösungsvarianten diskutiert.

Krüger beispielsweise moderierte spielend durch seinen Workshop. Exemplarische Konfliktsituationen wurden unter aktiven Einbezug der Teilnehmenden in Szene gesetzt, Handlungsalternativen aufgezeigt.

Sein Credo ist: Regeln bieten Sicherheit, Orientierung, Werte, vereinfachen das Zusammenleben im System Schule und: Intervention stärken sie. Ein Dogma ist das aber nicht. Aus seiner Sicht erfordert die Unterschiedlichkeit der jungen Menschen vom pädagogischen Personal auch individuell und situativ angepasste Verhaltens- und Reaktionsfähigkeiten. Und die wollen erlernt sein.

Die Quintessenz dieses Fortbildungstages, der im Übrigen noch von weiteren Angeboten ergänzt wurde (Kolligiale Fallberatung / van der Mark und Cano Vidal sowie conflict control / Norbert Ziebarth) wird eine Liste von neuen, innovativen Ansätzen in Sachen Konfliktarbeit und Schutzraum Schule sein. Die gilt es auf den nächsten Zusammentreffen weiter zu kristallisieren.

Schule muss sicher keine Wohlfühloase sein. Die Gretel hat als Stadtteilschule aber den Anspruch, die Teamfähigkeit der engen Schulgemeinschaft aus Lernenden und Lehrenden ständig weiter zu verbessern. Dafür hat der heutige Planungstag auf alle Fälle wertvolle Impulse geliefert.

Kontakt

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  • Gretel Bergmann Schule | Kleine Gretel
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