Drei Mal ist Bremer Recht. Schulleiterin Anja Oettinger drängte das aufgeregte Kollegium behutsam zur Aufmerksam. Die Gesamtkonferenz sollte bereits seit fünf Minuten laufen, viele Inhalte warteten auf die Kolleginnen und Kollegen. Diese hätten gerne noch weitergeklönt. Man hatte sich nach den Sommerwochen schließlich viel zu sagen.
Nun gut, auch diese Sommerferien gingen heute offiziell zu Ende. Oettinger startete wie gewohnt mit einer Mischung aus Retrospektive und Ausblicke auf das kommende Schuljahr. Die Gretel arbeitet weiter an ihren Leitbildaspekten, zu denen neben der Unterrichtsentwicklung und der multiprofessionellen Zusammenarbeit natürlich auch die Digitalisierung gehört.
Dazu passt eine zentrale Neuerung: Die alten grünen Klassenbücher sind ab jetzt passé. Ab Donnerstag gibt es die digitale Variante von Webuntis. Die Kollegen werden morgen Nachmittag flächendeckend fortgebildet. Außerdem: Neben den C-Touchs in jedem Klassenraum hängen nun platzsparende und kabellos funktionierende Mini-PCs. Das ist modernes Arbeiten im Schulbereich, auf das sich auch die zehn neuen Kolleginnen und Kollegen einstellen werden.
Diese wurden eloquent von Andreas Alfers auf die Bühne gerufen und vorgestellt. Sie spiegeln in Ausbildung, beruflicher Herkunft und Erfahrung die Multiprofessionalität wider oder es eröffnen sich für sie erste schulische Einblicke, zum Beispiel über Lehrverträge. Auch unsere tolle Schulbibliothek erhält weiterhin Zuwendung und Pflege in Form einer Mutterschutzvertretung. Auch starten drei FSJler, alle aus dem „eigenen Stall“. Soweit die personellen Zugewinne. Herzlich willkommen an alle!
Dann ging es Schlag auf Schlag weiter: Das Gretel-Kultur-Projekt wurde vorgestellt, in dem alle Künste gemeinsam an einem Thema arbeiten und es präsentieren werden, und zwar am 31.3.26. Es wird einen pädagogischen Pilotversuch geben in Jahrgang 9. Im „Ankerplatz“ werden Schulmüde Kurzzeit beschult. Wichtige didaktische Informationen kamen von der entsprechenden Abteilungsleiterin, Claudia Schindler. Infos zum Ganztag folgten. Hier gibt es in Jahrgang 5, auch neu, den verpflichtenden Kurs „Lernen lernen“.
Wichtiges trug dann Undine Sachweh vor, die die Abteilung 8-10 leitet. Diese betreffen die künftigen Bedingungen der ESA- und MSA-Prüfungen. Zentrale Neuerung ab jetzt: Englisch fällt als schriftliches Prüfungsfach raus, kann bzw. muss aber mündlich absolviert werden. Andere Fächer, insbesondere Gesellschaft, werden gestärkt und können Prüfungsteil werden.
Zudem gab es noch Infos zu unserem neuen Caterer „Rebional“, der Personalrat stellte sich vor und die Mitglieder der Schulkonferenz, dem höchsten und wichtigsten Organ einer Schule, wurden aufgestellt und gewählt. Ach ja, der Findungsausschuss (schulisches Personalrecruiting) wurde ebenfalls neu konstituiert. Puh. Das Konferenzfinale bestritt dann wiederum die Schulleiterin.
Es gab noch eine Reihe offizieller Belehrungen, zum Beispiel zum Brandschutz. Dann aber, zweieinhalb Stunden waren vergangen, läutete Oettinger den entspannteren Teil des „ersten Schultages“ für die vollerwachsenen Schulbeteiligten ein. Ein Buffet wartete, alles selbst mitgebracht, und, das Highlight: ein Sportturnier. Bewegung ist Pflicht in einer sportbetonten Schule!
Die Idee kam von Özlem Kaymak-Oluz, der Abteilungschefin der Jahrgänge 5-7. Verrückte Spiele rund um das Thema Fußball. Gruppen wurden gebildet (herrliche Namen ;-), und dann ging es an verschiedenen Stationen gegen die „anderen Teams“. Bier-Pong ohne Bier, Bälle reinlupfen. Oder: Blindenfußball. Faszinierend, so etwas mal zu probieren. Faszinierend, was wirklich sehbehinderte oder ganz blinde Sportler:innen leisten!
Fußball-Dart und Geschwindigkeitsschießen (nach km/h-Vorgabe versteht sich). Verrückt. Fußballspielen in einer Art Luftkugelkorsett. Völlig verrückt. Oder: ein Fußballspiel mit 2,5 Promille. Also nicht in echt, sondern mit entsprechenden Brillengläsern auf der Nase, die diesen Zustand vorschwindeln. Da ging selbst bei unseren vereinserprobten Superfußballern nicht viel zusammen.
Nach weiteren zwei Stunden Bewegung, Spaß und Spiel gab es, von der Schulleitungsgruppe gesponsort, reichlich Erfrischungsgetränke, das Buffet wurde endgültig geplündert und die unterhaltsamen Gespräche unter den Kolleginnen und Kollegen konnten wieder aufgenommen werden. „Erster Schultag“ – und am Ende glückliche Gesichter in der Aula der Großen Gretel.
