Vor mir ein weißes Blatt Papier. Na gut, es ist eine geöffnete Datei. Macht die Sache aber nicht besser. Gestern war der letzte Schultag. Meine Aufgabe nun: Schreibe den finalen Artikel zum Schuljahr 2024/25, das – wie gerade erwähnt – gestern seinen letzten Tag hatte.
Ich stelle mir Kolleginnen und Kollegen vor. Sie fahren mit ihrer Familie gerade gut gelaunt über eine Autobahn in eine sonnige Richtung. Feriiiieeen schreien die Kinder von hinten. Schön. Oder sie checken gerade am Flughafen ein. Mallorca. Oder eine Fernreise. Auch schön.
Okay, es gehört zu meinem Aufgabeprofil, mich um die Schulwebsite zu kümmern und Bericht zu erstatten über das Schulleben der Gretel. Aber es ist doch auch für mich – nach einem anstrengenden und gefühlt endlosen Schuljahr der erste Ferientag. Ich bin irgendwie neidisch.
Muss ich nicht, flüstere ich mir ein. Die „Mädels“ aus dem Schulbüro arbeiten auch noch. Die „Jungs“ von der Hausmeisterei sind noch fleißig. Im Ernst: Was würde die Schule ohne diese tollen Menschen machen? Sie sind immer für uns Pädagoginnen und Pädagogen da. Immer.
Ihre Herzlichkeit und ihr Dauersupport wurde gestern Mittag auf der traditionellen Schuljahresabschiedskonferenz des Kollegiums dann auch gleich mehrmals betont. Und damit kommen wir zum eigentlichen Content dieses Artikels. Ich habe glücklicherweise einen Übergang gefunden und ziehe das jetzt barmherzig durch:
11.45 Uhr. Aula der Großen Gretel. Über 100 Kolleginnen und Kollegen nehmen das Gestühl ein. Nach einem musikalischen Intro von Marika Lapuri-Burk macht Schulleiterin Anja Oettinger den Aufschlag. Vielen Dank an alle für den Einsatz und die Energie. Nicht mehr lange und „Gretel macht Ferien“, ruft sie. Kunstkollegin Jenning hat ein passendes Plakat entworfen. Das macht tatsächlich Lust auf Erholung!
Zunächst werden aber noch eine Reihe von Menschen verabschiedet. Bettina Flaig und Yvonne Langeleh zum Beispiel. Sie waren „fast 20 Jahre“ an der Gretel. Engagierte, klare kommunizierende, schülerorientierte und meinungsstarke Pädagoginnen. Sich nun von der Gretel zu trennen, fiele ihnen nicht leicht. „Bleibt politisch“ und „machet jut“ sind ihre Botschaften für das aus ihrer Sicht immer wertschätzende Kollegium.
Mit Idrissa Sambou und Pernian Faqiry gehen zwei Mitarbeitende, die an der Gretel über Jahre hinweg sehr intensive und erfolgreiche Arbeit geleistet haben. Faqiry sogar 17 Jahre lang. Sie bleibt der Gretel irgendwie auch erhalten. Ihre Psychotherapeutische Praxis für Kinder und Jugendliche im Quartier der Gretel, Neuallermöhe, läuft gerade richtig an, kann und wird auch für unser Klientel eine Anlaufstation sein.
Sambou wechselt wie Langeleh und Flaig auch aus Gründen des Arbeitsweges. Zur neuen Schule in der Hafencity ist dieser deutlich kürzer. Sambou ist Fußballer, spielt erfolgreich bei DSC Hanseat. Er wird in den Statistiken als fairer, mental präsenter und auch unter Druck souverän agierender Teamplayer geführt. Laudatorin Kaymak-Oluz hatte extra recherchiert. Sein Spielerprofil deckte sich passgenau mit seiner Berufsperformance an der Gretel. Diese wird ihn vermissen!
Anschließend wurden weitere Verabschiedungen auf der Bühne zelebriert. Wie immer gab es für alle Rosen und kleine Präsente. So gehen zwei unserer FSJ-lerinnen, die für ihren Job zudem besonders gelobt wurden. Außerdem Kolleginnen und Kollegen mit Lehraufträgen. Einige gehen “nur” in ein Sabbatical (Amma Nwosu und Irena König). Eine Verabschiedung auf Zeit also.
Andere verlassen die Gretel nach vielen Jahren geräuschlos. Karin Dühring beispielsweise oder auch Götz Grabowski, langjähriger Abteilungsleiter 11-13. Der sympathische Grabowski hatte die Oberstufe der Gretel vor 15 Jahren entscheidend mit aufgebaut, sie durch Ideen, Engagement und Persönlichkeit erfolgreich konturiert und etabliert.
Es gab noch weitere Danksagungen aus allen Richtungen und Motivationslagen heraus. Alle waren sie schwungvoll und kurzweilig. Das wirkliche Finale des Schuljahres wurde dann getanzt – ja, das ist wörtlich zu nehmen - von Milana Nudelmann und Patrick Tscherning, und zwar in atemberaubender Weise. Die Kollegen sind beide tanzbegeistert und legten einen wunderbaren Tango auf’s Bühnenparkett.
„Es muss nicht immer regnen“, so der an diesem Mittwoch sehr gut passendeTitel des Tangos, in dem sich ein Paar an einem regnerischen Tag in einem Café, vielleicht in Buenos Aires, Paris oder Barcelona, zufällig begegnen und in eine musikalisch-tänzerische Zweisamkeit abtauchen – nur für diesen einen Moment. Mitreißend interpretiert und getanzt! Standing Ovations in der Aula.
Abschließend: Gemeinsames Essen und Trinken, Lachen, Klönen und Tschüs-Sagen!
Barcelona… Ferien, Urlaub. Ja, kommt für mich auch. In ein paar Tagen schon. Dann hört die “Hamburger Regenzeit” auf.
Es war übrigens gar gar nicht sooo schlimm, den Artikel noch schreiben. Hat sogar Laune gemacht. Jetzt bleibt nur zu sagen:
Beste Erholung für alle Schulbeteiligten! Bleibt hübsch gesund! Spätestens am 4. September sehen wir uns alle wieder! Und vor allem: Viel Sonne!
Die Gretel macht jetzt Feriiiieeeen ;-))
