„Guter Unterricht ist mehr als Fachlichkeit“: Planungstag an der Gretel

Die Intervalle der Fachkoordinationen und Planungstage nehmen gefühlt gerade deutlich zu. Die Qualitätsentwicklung von Unterricht steht ganz oben auf der Agenda der allgemeinen Schulentwicklung an der Gretel.

Schulleiterin Anja Oettinger verlor deshalb heute Morgen um halb neun auch nicht viel Zeit bei ihrer Begrüßungsrede zum Planungstag. Sie war im Kern ein Plädoyer für die Einbindung aller Professionen in den Entwicklungsprozess für modernen Unterricht. Alle Beteiligten sollen auch den nötigen Raum dafür erhalten.

Bereits auf dem vergangenen Planungstag wurde zu neuen Impulsen bereits intensiv gearbeitet. Ideen zur Förderung von Sprach- und Schreibkompetenzen standen dabei im Mittelpunkt. Probephasen im Unterricht wurden vereinbart. Diese galt es nun am Vormittag in den Gruppen zu evaluieren und zu bewerten, neue Erprobungsinhalte zu fixieren.

Noch vor dem Mittag (Catering durch Schülerfirma aus der Mittelstufe und Oberstufe, danke, sehr lecker!) ging es am Nachmittag zunächst zentral um das Fördern, und zwar „in jeder Hinsicht“. So kamen die Kolleg:innen in Jahrgangsgruppen zusammen, die alle von gut vorbereiteten Kolleg:innen unserer schulinternen Fortbildung mit Impulsen eingestimmt wurden.

Vorhandene Expertisen nutzen, war beispielsweise das Motto in der Begabtenförderung, sprachsensibler Unterricht das Schlagwort bei der Sprachförderung. In der sonderpädagogischen Förderung standen das „Pädagogische Beziehungskonzept“ mit seinen Kernelementen Vertrauen, Gerechtigkeit und Transparenz sowie die so genannten „Tridentitätsprinzipien“ im Mittelpunkt – wissenschaftlich alles State of the Art.

Nachmittags wanderten alle Mitarbeiter:innen hinüber in die Kleine Gretel. In der warmen Aula ging es nun um eine der größten Herausforderungen überhaupt in der Unterrichtsgestaltung: Fachleistungsdifferenzierung. Die Gretel packt dieses Thema (wieder) an, diskutiert, ob durch eine „äußere“ Differenzierung (in Kursgruppen) in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch (in den Jahrgängen 8-10) die Förderung der heterogenen Schüler:innen an Qualität gewinnen würde - und damit auch die Leistungen.

Dieses Thema wirft in Qualität und Quantität nahezu gleichrangige Pro-Argumente auf. Nicht einfach. In den „Murmelgruppen“ wurde deshalb auch hitzig debattiert. Eine „Fishbowl“ aus Vertreter:innen der Fachschaften und Schulleitung bildete das Diskussionsfinale, das interessante Argumente sowie Kompromissoptionen hervorbrachte.

Um 16 Uhr hatte dann der stellvertretende Schulleiter Andreas Alfers das „letzte Wort“. Er sieht diese polarisierende Diskussion als wichtigen Meilenstein im Meinungsbildungsprozess. Im Mai sei Abstimmung. Wichtig sei eine klare und gesunde Grundhaltung zu dem Thema, ganz unabhängig von den ohnehin nicht einfachen Rahmenbedingungen. An diesem Tag seien wir ein gutes Stück vorangekommen.

Große Einigkeit herrschte dann aber doch noch. Dem Antrag der Sportfachschaft, wieder in die Rezertifizierung als „Sportbetonte Schule“ zu gehen, wurde nahezu vollmehrheitlich zugestimmt.

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