Worum geht es bei Inklusion?

Inklusion bedeutet, allen Menschen die Möglichkeit zu geben sich an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen – und zwar unabhängig davon, welche individuellen Fähigkeiten sie haben, welche ethnische oder soziale Herkunft sie haben, wie alt sie sind oder welches Geschlecht sie haben.

Die Gretel Bergmann Schule begrüßt dieses Prinzip und setzt es engagiert um. Die Förderung ALLER Kinder sowohl im Bereich des fachlichen Wissens als auch im Bereich der sozialen Kompetenzen bleibt daher unser oberstes Ziel. Inklusion ist für uns kein Neuland. Durch jahrelange Erfahrung mit Integrationsklassen sind wir gut vorbereitet.

Ein multiprofessionelles Team, bestehend aus RegelschullehrerInnen, SonderpädagogInnen und SozialpädagogInnen, trägt die Verantwortung dafür, dass auch SchülerInnen, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben, ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechend am Unterricht in einer Regelklasse teilnehmen können.  Nach wie vor wichtig bleibt dabei  die Förderung derjenigen Kinder, die einen mittleren oder höheren Bildungsabschluss anstreben, denn  genau das ist inklusives Lernen – die Förderung aller Kinder.

Um ein multiprofessionelles Team optimal arbeitsfähig zu halten, sind  genaue Absprachen im Hinblick auf den Unterricht und damit auf die Kinder notwendig. Damit sich dieser  Anspruch regelhaft etablieren kann, sind Koordinationszeiten fest im Stundenplan der PädagogInnen eingetragen.

Die für Inklusion vorgesehenen zusätzlichen Ressourcen werden flexibel - nach Notwendigkeit - vergeben, wobei uns eine kontinuierlichen Begleitung für das einzelne Kind und für die Klasse  wichtig bleiben. So werden in ausgewählten Unterrichtsstunden zwei PädagogInnen eingesetzt. Ferner gibt es spezielle Pausenangebote. Selbstverständlich sind Sprechstunden für Kinder und Eltern oder klassenübergreifende Projekte, wie z.B. ein Inklusionscafé.

In einer Arbeitsgruppe „Inklusion“ werden Prinzipien erörtert und Strategien entwickelt, um das gesamte Kollegium in dieser Arbeit zu begleiten. Eine sich ständig in Überarbeitung befindliche Handreichung zum Thema  „Inklusion“  dokumentiert und gibt Hinweise für die Arbeit in inklusiven Klassen. Fortbildung ist ein zentrales Thema, so dass es eine enge Vernetzung zu externen Institutionen gibt. Oftmals wird Fortbildung aber  auch schulintern organisiert, weil sich für bestimmte Themen  - wie  Förderdiagnostik, Teilleistungsschwächen, Begabtenförderung  usw. –  mittlerweile Experten vor Ort entwickelt haben.

Mit Inklusion gehen bestimmte Unterrichtsformen einher, weil der individualisierende Aspekt in diesen heterogenen Lerngruppen deutlich wichtiger wird. Daher ist neben der Kenntnis eines breiten Methodenrepertoirs die Bereitstellung von differenzierendem Material wesentliche Aufgabe der Unterrichtsvorbereitung geworden.  Dazu arbeiten Lehrergruppen, gerade auch in neuen Lernbereichen, um Lernmaterial auf verschiedenen Anforderungsniveaus passgenau zu erarbeiten.

Zur Inklusion gehört neben den Unterrichtsformen auch eine besonders gestaltete Rückmeldung der Leistungsergebnisse. Noten oder Texte drücken klar aus, welche Kompetenzen ein Schüler/eine Schülerin erworben hat. Das geschieht nicht nur durch Zeugnisse, sondern auch durch Lernentwicklungsgespräche, in denen sich Eltern, Schülerinnen und Lehrerinnen mit den bisher erreichten Zielen und den zukünftigen auseinandersetzen. Dazu entwickelt die Gretel-Bergmann-Schule bestimmte Vorgehensweisen, damit das Verfahren für alle Beteiligten klar und transparent bleibt. Für Kinder mit besonderen Förderbedarfen ist die Grundlage dieser Gespräche ein Förderplan, den die Sonderpädagogen im Austausch mit den FachlehrerInnen erstellen. Das gewährleistet, dass  alle die Kinder ihren individuellen Fähigkeiten entsprechend lernen können.

Annegret Hoffmann (Abteilungsleiterin Sek I a.D.)