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20.02.2015 Von: Grf/Tsn

Gretel gewinnt den Werner-Otto-Preis für Behindertensport 2015

Die Alexander Otto Stiftung vergibt jedes Jahr den Werner-Otto-Preis für ein wegweisendes Inklusionssport-Projekt. Am 18. Februar würdigte die Jury das innovative Konzept der Gretel mit dem Gewinn des Preises, der mit einem Preisgeld von 15.000 Euro dotiert ist.

Als sich Kursteilnehmer Sinan aus der 6c vor Beginn der Veranstaltung noch schnell mit Patrick Tscherning und Tobias Damaschke auf der Treppe zum Kaisersaal im Hamburger Rathaus ablichten ließ, war er noch ganz cool. Man sah ihm aber die steigende Spannung förmlich an, als nach den bereits gut dotierten Anerkennungspreisen für den SV Eidelstedt, den Pinneberger Tennisclub und der Tanzschule Herde (stark: „Inklusives Tanzen“) seine Schule noch immer nicht laudatiert wurde. Staatsrat Schwinke hatte ja eingangs gemahnt, man solle nicht traurig sein, wenn man keinen Preis bekäme. Der letzte Laudator, Roger Karner, Geschäftsführer von Philips Hamburg, machte sich auf zum Rednerpult… Würde die Gretel leer ausgehen?

Nein, im Gegenteil. Die Gretel gewann die höchste Auszeichnung, den Werner-Otto-Preis. Sinan konnte es kaum fassen. Zusammen mit Patrick Tscherning, unserem Kollegen und Initiator des Projektes, Tobias Damaschke, sehbehindert und selbst erfolgreicher Goalballer und Instruktor der Projekteinstiegsphase sowie Katja Schlünzen, unserer Didaktischen Leitung stürmte er nach vorne und durfte die riesige Urkunde entgegen nehmen.

Es folgten noch Nachfragen zum Projekt, das wir gemeinsam mit dem SV Allermöhe umsetzen, seitens des Laudators. Patrick Tscherning beantwortete diese eindrucksvoll, auch mit dem Hinweis auf Sinan, der den inklusiven Sportangeboten im Nachmittagsangebot und auch im normalen Schulsportunterricht viele Sportkollegen haben sich schon fortgebildet) entgegenfiebert.

Es folgten offizielle Pressefotos aller Geehrten, Einzelfotos der Gewinner und Fotos mit Staatsrat und Stifter (Alexander Otto) und Fotos von Sinan und dem „Gewinnerpokal“ und Schnittchen und Sekt und Saft und große Freude. Vor allem bei Sinan.

Seit August 2014 haben unsere Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, im Nachmittagssportkurs Goalball eine Sportart für Menschen mit Sehbehinderung kennenzulernen und auszuprobieren oder aktiv aus einem speziellen Sportrollstuhl Basketbälle abzuwerfen. Patrick Tscherning, selbst schon bei einigen Paralymics als Betreuer im Einsatz, hat viel Zeit und Herz in dieses Projekt gesteckt. Es hat sich gelohnt. Er weiß auch schon, wofür das Geld in erster Linie verwendet wird: für weitere Sportrollstühle nämlich. Dann können noch mehr nichtbehinderte Schüler mit den behinderten gemeinsam, Sport treiben, in den Wettbewerb gehen. Damit fallen weitere Barrieren im Miteinander, Inklusionssport würde zur Normalität. Das ist das Ziel.