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01.07.2015 Von: Srd/Grf

Gretel wächst weiter zusammen – „Mehr als du siehst“ wird ein Riesenerfolg

194 Tage Planungszeit.

2673 Mails (gefühlt) zwischen allen Beteiligten.

1500 T-Shirts.

14 mutige Schüler und Lehrer.

1 tolles Projekt.

 

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Unser Projekt „MEHR ALS DU SIEHST“

 

08:45 Uhr.

In der Pausenhalle der „Kleine Gretel“ am Von-Moltke-Bogen wird es allmählich lauter. Gut so! Das kann es heute sein. Denn die ganze Schule feiert heute die offizielle Titelverleihung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Außerdem wird heute eine spektakuläre Plakataktion der Schulöffentlichkeit vorgestellt.

 

Unser Schulleiter, Karlheinz Kruse, steht Kapitäns-gleich auf Pausenhallen-Brücke. Um ihn herum hat sich das Schülersprecherteam versammelt: Marzia Babakhani, Mohammad Balakarzai und Mielad Rahimi. Eine weitere Schülerin, Lara Eileen Harde, und die Verbindungslehrerin Christina Schrode sind auch mit dabei.

 

Blickt man von oben auf die Menge, könnte man meinen, das Weiße Dinner würde heute Vormittag in der Gretel-Bergmann-Schule ausgetragen. ALLE Schülerinnen und Schüler, alle Lehrerinnen und Lehrer und alle weiteren Beteiligten der Schule tragen ein weißes Gretel-Bergmann-T-Shirt. Alle sind gleich.

 

08:50 Uhr

Für die Jahrgangsstufe 5-7 beginnt die Rede des Schulleiters und der SV. Es ist unglaublich ruhig, obwohl sich gerade um die 160 Personen in der Pausenhalle aufhalten. Immer wieder ein aufkommendes Klatschen, sehr würdigend. Die Jahrgangsstufen 9-12 lösen die „Kleinen“ schließlich ab und hören die gleiche Rede. Erstauntes Raunen hört man, als Schülersprecher Mohammad von seinen Erfahrungen an seiner ehemaligen Schule berichtet: „Eine Lehrerin fragte mich dort, ob ich eigentlich dem IS angehöre.“ Und Verständnis erhält er bei den Worten „Ich wusste nicht, was ich antworten sollte. Ich war sprachlos.“ Die Rede des Schulleiters und des Schülersprecherteams sollte alle Beteiligten wach rütteln und aufmerksam machen, dass man nur das Äußere einer Person wahrnehmen kann, aber nicht, was sich in ihrer Seele versteckt.

 

09:40 Uhr

Alle Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer haben sich nun in der Pausenhalle versammelt. Feierlich überreicht Schulleiter Karlheinz Kruse dem Schülersprecherteam die Urkunde „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SOR-SMC). Anschließend  liest er Begrüßungsworte der Bundeskoordination von SOR-SMC vor, die leider an diesem Tag nicht persönlich bei uns sein kann.

 

Und dann ist es soweit. Der Countdown startet, das Schülersprecherteam, die Verbindungslehrer und die Schulleitung stehen bereit, um bei „Zero“ die Partyknaller abzufeuern. Und? Es passiert nix! Kein Knallkonzert, kein Konfetti. Da hätte vielleicht eine Generalprobe gut getan! Das Problem ist schnell behoben und dann werden die Plakate endlich enthüllt - akustisch und optisch feierlich eingerahmt.

 

Auf 14 Plakaten lächeln 14 Schüler und Lehrer unserer Schule in die Kamera. In einem kurzen Untertext erzählen sie eine eigene, ganz persönliche Geschichte, ihr Schicksal. Und werden an der Gretel Gespräche anstoßen. Herzlichen Dank an alle, vor allem die Schüler, die her den Mut aufgebracht haben, sich mit ihren Erlebnissen an die Öffentlichkeit zu trauen!

 

Mehr als du siehst: Was sieht man schon, wenn man Menschen flüchtig begegnet? Selbst Menschen, Kollegen oder Mitschüler, Freunde, Verwandte, die man lange zu kennen glaubt, besitzen „ihre persönlichen Erlebnisse“, die sich oft hinter einer freundlichen Fassade verstecken. Die Plakataktion „Mehr als du siehst“ öffnet diesen „zweiten Blick“ auf unsere Mitmenschen, hilft Toleranz und Respekt aufzubauen, fördert Identität, Gemeinsinn und Hilfsbereitschaft.

 

10:40 Uhr

Nach einer kleinen Pause geht es weiter – mit der angekündigten Menschenkette. Die Klassen stellen sich auf den vorgesehen Platz, Helfer aus der Klasse 11b, unterstützen dabei die Tutorinnen und Tutoren. Es ist toll anzusehen, wie sich allmählich aus 1500 einzelnen großen und kleinen Personen ein einziger langgezogener Körper bildet, eine Kette, eine Gemeinschaft, eine, mit einem Konsens an Werten.

 

11:10 Uhr

Der Pate ist eingetroffen! Die Klassen haben sich auf dem Pausenhof versammelt. Die Stimmung ist prächtig unter den Schülern, nicht zuletzt dank „DJ Schulman“. Und dann zeigt er sich: Peter Lohmeyer. Durch unzählige Filme bekannt wie z.B. „Fünf Freunde 2“, „Tom Sawyer“, „Die Abenteuer des Huck Finn“. Aber es ist ein Film, den man mit ihm besonders verbindet: „Das Wunder von Bern“ von Regisseur Sönke Wortmann.

 

Peter Lohmeyer ist nicht nur Botschafter von „Respekt!“ sondern auch ab sofort unser Pate für „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Nach einer kleinen Rede zu den Schülerinnen und Schüler zeigt die Schulleitung ihm in Ruhe die Mehr-als-Du-siehst-Plakate sowie die „Kleine Gretel“.

 

11:40 Uhr

Radio NDR 90.3. ist gekommen. „Wir unterstützen gerne solche Projekte und es interessiert uns ja auch sehr, was die Schülerinnen und Schüler so Tolles planen!“ Sie „schnitzen“ einen Radiobeitrag.

 

12:20 Uhr

Die Schülerzeitung erhält ihre erste „Jungfernfahrt“ – ein Interview mit einer prominenten Person! Die Aufregung zeigt sich schon bei den vier Schülerinnen und Schülern, aber sie meistern ihre Interview-Premiere sehr gut. Peter Lohmeyer bekommt Löcher in den Bauch gefragt, aber er beantwortet die Fragen seelenruhig. Er freut sich, Teil des Projekts zu sein, die Kinder zum Thema „Eine Schule ohne Rassismus“ zu unterstützen. Und langsam geht er an den Plakaten vorbei und studiert sie.

 

Dann, nach ein paar Autogrammen – sogar auf einigen Schul-T-Shirts – geht es weiter zum nächsten Termin.

 

Wir aber freuen uns schon auf das nächste Projekt und schaffen bis dahin weiterhin „PLATZ FÜR RESPEKT“.  Das war ein Tag voller gemeinsamer Aktionen, die die Gretel verändern wird.

 

Danke an alle, die das ermöglicht haben!

 

Mehr zu unserer Kooperation mit „Respekt! Kein Platz für Rassismus!“ ist hier zu finden:

http://respekt.tv/kommunikation/schilderaktionen/schulen/mit-vereinten-kraeften-neue-respekt-schule-in-hamburg/


Presse

Bericht auf respekt.tv

Artikel: Bergedorfer Zeitung